Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Kempten-Oberallgäu

Kempten: Ausschuss für Verkehr und Mobilität am 16.09.2026

Kemptens Mobilitätspolitik auf dem Prüfstand: Kritik an fehlenden Lösungen Radfahrer während der Illersteg-Bauzeit, Zweifel an der Erreichbarkeit der Ziele der „fahrradfreundlichen Kommune“ und kontroverse Debatten über Infrastruktur und E-Scooter.

Die Tagesordnung ist unter https://ratsinfo.kempten.de/buergerinfo/si0057.asp?__ksinr=2151 zu finden. Später werden dort auch die Präsentationen und Beschlussvorlagen der Tagesordnungspunkte veröffentlicht.

Zu TOP 2: ÖPNV – Vorstellung des Illersteg-Shuttles (Bericht)

Die Bauzeit wird voraussichtlich 1,5 Jahre betragen.
Über den Illersteg fahren jährlich ca. 300.000 Radfahrer.

Für den Radverkehr werden während dieser Zeit keine Maßnahmen getroffen. Aussage der Stadtverwaltung: „Das wird sich von selbst finden.“
Julius Bernhardt (Grüne): Die Grünen kritisieren, dass für den Radverkehr während der Bauzeit keine Maßnahmen getroffen werden.
Stefan Sommerfeld (Mobilitätsmanager und Radverkehrsbeauftragter der Stadtverwaltung): Es gibt folgende Konflikte, für die sich keine einfachen Lösungen finden lassen:
Die St.-Mang-Brücke ist Teil der B 19. Die Illerstraße ist zu eng für Radverkehrsinfrastruktur. Aber die Stadt Kempten wird beobachten, wie sich das entwickelt.

Zu TOP 4: Bleicher-Bach – Geh- und Radwegesicherung (Beschluss)

Wurde auf die nächste Sitzung vertagt, da am 23.09. um 18 Uhr noch ein Ortstermin mit Bürgern und der Stadtverwaltung am Bleicher Bach stattfindet.

Zu TOP 5: Radverkehr – Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs (Bericht)

Der Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten (FLKE) hat in der Aktion „Sicher mobil in Kempten“ eine Karte mit von Bürgern gemeldeten Gefahrenstellen erstellt. Der FLKE hat aus den gemeldeten Gefahrenstellen eine Prioritätenliste erstellt und an die Kemptener Stadtverwaltung übergeben.
Stefan Sommerfeld lobt die gute Arbeit des FLKE. Er betont, dass alle gemeldeten Gefahrenstellen richtig und wichtig sind und er bzw. die Stadtverwaltung das genauso sähen. Aber leider sind viele Punkte in der Realität nicht einfach zu ändern. Er hat dies an ein paar Beispielen (Duracher Str. Schumacherring Durchlass St.-Mang, Memminger Str. Einfahrt Supermarkt) exemplarisch erläutert. Die Stadt Kempten würde es gerne ändern, kann aber nicht.

Die Stadt Kempten hatte 2021 die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ der AGFK Bayern verliehen bekommen. Für 2028 steht ein „Rezertifizierungsaudit“ durch die AGFK an. Für Stefan Sommerfeld ist es fraglich, ob wir dies bestehen werden.

Die Stadt Kempten hatte sich 2017 im vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Mobilitätskonzept 2030 das Ziel gesetzt, den Modalsplit des Radverkehrs (prozentualer Anteil am Gesamtverkehr) bis 2030 zu verdoppeln. Dieses Ziel wird nach Stefan Sommerfelds Einschätzung nicht erreicht werden.

Zu E-Scootern: Egal, ob es einem gefällt oder nicht: E-Scooter sind da und werden nicht mehr verschwinden.
Nach Stefan Sommerfelds Ansicht müssten E-Scooter wie Radverkehr behandelt werden. In der Schweiz gibt es dafür sogar ein „Amt für Langsamverkehr“.
Angela Isop (Grüne): Wenn es keine durchgängige Radinfrastruktur in der Stadt gibt, finden Radfahrer „kreative“ Lösungen, die nicht immer regelkonform sind.
Stefan Sommerfeld stimmt zu, dass Konflikte zwischen E-Scooter-Fahrern/Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern infrastrukturell gelöst werden müssen.
Josef Mayr (CSU): Wir hätten keine Probleme, wenn sich alle an die Regeln halten würden.
OB Christian Schoch (FW) in Erwiderung auf Josef Mayr: Wir können nicht die Bürger erziehen.


https://ke-oa.adfc.de/neuigkeit/kempten-ausschuss-fuer-verkehr-und-mobilitaet-am-16092026

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